Fehlkonstruktion für Tourenfahrer: Macna Heizsystem durch mangelhaftes Bedienkonzept unbrauchbar (30.04.2026)
Anonymous1164942688
TL;DR: für Motorradfahrer ungeeigneter Mist! Finger weg!
Vorab
Ich habe das Macna Centre-System aus Jacke und Hose und die Macna Lava-Socken sowie die dazugehörigen Kabel (Y-Kabel und 12V-Motorradkabel) direkt bei FC-Moto gekauft (alles aus einer Hand, hier bei Amazon war alles nur von verschiedenen Händlern verfügbar, deswegen auch kein "verifizierter Kauf" bei dieser Rezension). Meine Rezension schreibe ich hier, um andere vor diesen Produkten zu warnen – für Motorradfahrer sind sie nämlich denkbar ungeeignet und dafür VIEL zu teuer!
Was ich rezensiere (wie bereits oben beschrieben):
- Macna Centre Heizjacke
- Macna Centre Heizhose
- Macna Lava 2.0 Heizsocken
Verbunden mit Y-Kabel von Macna und 12V-"Zigarettenanzünder"-Kabel.
Passform
Wie erwartet, Größen entsprachen der Erwartung. Socken im Schaft eher sehr straff (Fahrradfahrer aufgepasst, kräftige Waden bringen die Socken an ihre Grenzen!), Hosenbündchen ebenfalls, was die Verbindung Socken-Hose an der Langlebigkeit des Ganzen zweifeln lässt.
Eben jene Verbindung ist so konzipiert, dass die Socken logischerweise unter der Hose getragen werden, und am oberen Sockensaum ein Kabel herausschaut, und im Hosenbein auf halber Wadenhöhe das Gegenstück. Zur Verbindung muss man also zwangsweise den Hosensaum mehrmals über die Wade ziehen... Alles in allem aber lässt sich die Kleidung ohne großes Heckmeck anlegen und ist an sich schon recht warm, auch im ausgeschalteten Zustand. Unter der Kombi trägt sich die Kleidung angenehm (bei mir ein Textilzweiteiler von Stadler) und zwickt und drückt nicht.
Elektronische Einrichtung
Verbunden werden Jacke und Hose mit einem Y-Kabel, an welches auch die Stromversorgung angeschlossen wird. Die Socken werden wie oben beschrieben mit den Hosenbeinenden verbunden. Macna hat an jedes Kleidungsstück einen Taster/Schalter integriert, diesen aber auch mit einem Bluetooth-Modul ausgestattet.
Sobald die Kleidungsstücke mit Strom versorgt sind, ist die Kopplung mit dem Mobiltelefon kein Problem und geht leicht von der Hand. Jedes Teil muss dabei aber einzeln gekoppelt werden (die beiden Socken sind ja auch physikalisch unterschiedliche Teile, also vollkommen ok). In der App dann kann man alles gruppieren und so auch zusammen steuern (mit den Schaltern kann man nur das jeweilig zum Schalter gehörende Teil steuern).
Heizleistung
Es gibt 4 verschiedene Stufen – ich habe bei meiner Anprobe nur die maximale Stufe ausprobiert und fand die Heizleistung absolut ausreichend. Es wurde an den richtigen Stellen schön muckelig warm. Meiner Fahrt zum Nordkapp dieses Jahr stand also nichts mehr im Wege... so dachte ich jedenfalls.
Das K.O.-Kriterium: Das Ein- und Ausschalten
Wenn man – wie ich – die Sachen mit einem 12V-Kabel direkt an seiner Maschine betreiben will und sich das Herumgeschleppe einer schweren und unförmigen Powerbank ersparen will (man sitzt schliesslich auf einem großen Generator), wird man spätestens beim ersten Tankstop oder der ersten Pause in die Situation kommen, das Kabel von der Maschine trennen zu müssen – ansonsten ist der Bewegungsradius sehr begrenzt... :-)
Natürlich werden damit alle Teile stromlos. Will man jetzt wieder weiter fahren, stöpselt man sich halt wieder ein. Nun... es könnte sooo einfach sein. Einstöpseln, weiterheizen (nicht nur mit dem Moped). Könnte. Ist es aber nicht.
Denn: die Sachen bleiben aus.
Über die App? Nope – die ausgeschalteten Teile senden keinen Bluetooth-Broadcast, die App ist also machtlos.
Manueller Schalter: Nun denn – nun könnte man meinen "Okay, dann ertaste ich eben den Schalter der Jacke, alles halb so wild". Wie wunderbar das wäre, denn den zu ertasten ist auch unter einer dicken Mopedjacke im Grunde kein Problem.
Das Problem: Der Schalter schaltet nur die Jacke ein. Nicht die Hose. Nicht die Socken. Und auch die App erkennt – richtig geraten! – nur die verd* Jacke.
Das Ganze wird also nicht als Komplettsystem ein- und ausgeschaltet. Man müsste jedes Teil einzeln einschalten. Was bei der Jacke noch halbwegs einfach war, wird bei der Hose je nach Anordnung der Taschen an der Motorradkombihose schon schwieriger. Von den Socken will ich hier gar nicht erst anfangen, deren Schalter sich schön knapp am Stiefelschaftrand versteckt...
Fazit
Mal ehrlich: wie kann man so einen Mist konstruieren? Für Motorradfahrer mit ernsthafter Schutzkleidung daher absolut nicht einsetzbar!